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[M2C] 5 Interpersonale Beziehungen

Nachdem ich mich im letzten Kapitel mit der Eindrucksbildung und Eindrucksänderung sowie der Personenwahrnehmung beschäftigt habe, kommen wir in diesem Beitrag unweigerlich zu Beziehungen, vorzugsweise zu interpersonellen Beziehungen – Beziehungen mit einer oder mehreren anderen Personen. Man kann auch von „sozialer Beziehung“ sprechen.

Voraussetzung ist eine interpersonale Attraktivität, die sich zusammensetzt aus Merkmalen des Kontextes, der Zielperson sowie des Beobachters (z. B. die eigene Stimmung) und Merkmalen der Beziehung zwischen Beobachter und Zielperson, vor allem Ähnlichkeiten fördern interpersonale Attraktivität. Ein hard-to-go-Effekt, sprich man stellt sich als schwer zu haben dar, konnte nicht bestätigt werden. Negativen Einfluss haben extreme Selektivität oder keine Selektivität bei der Partnerwahl.

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[M2C] 4 Eindrucksbildung und Personenwahrnehmung

 

Es geht um Personenwahrnehmung, den ersten Eindruck und die Bildung eines Eindrucks im Allgemeinen.
Im Alltag nehmen wir eine Person ganz automatisch und unbewusst war. Dieser Vorgang ist unbewusst und führt zu einer unreflektierten Wahrnehmung und einem entstehenden Bild der anderen Person, welches sich dann wiederum auf das zwischenmenschliche Verhältnis auswirkt.

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Das Ziel nicht aus den Augen verlieren

„Das Ziel nicht aus den Augen verlieren“

Gar nicht so einfach im Alltag mit drei Kindern, einem Mann, einem Haus, einem Garten, einem Fernstudium und einigen Dozententätigkeiten. Immer wieder heißt es da: Was will ich? Wohin will ich? Wie komme ich dorthin?

Umweg sind okay, sogar manchmal hilfreich und meistens lehrreich.

Aber, was hilft mir dann wieder auf „meinen“ Pfad zurückzukehren oder braucht es eine andere Richtung, eine Neufokussierung?
Ich setze mich hin. Nehme einen weißen Zettel und notiere alles, was ich bisher geschafft habe. Dann nehme ich einen weiteren Zettel und notiere alles was ich mir für meine Zukunft vorstelle. Und zu guter letzt einen weiteren Zettel mit möglichen Wegen wie ich zu meinen Zielen, Wünschen kommen kann. Bei der Ausgestaltung der Zettel kommt es dann etwas auf die Themenwahl an: Will ich schauen, wohin ich mich persönlich begeben mag oder beruflich oder mit meiner Familie? Wichtig ist sicher zu wissen, dass eben alles zusammenspielt, aber doch hilft es mir manchmal mich auf ein Thema zu konzentrieren und dieses von vielen Seiten zu beleuchten.

Es hilft mir glücklich zu sein und das manchmal herrschende Wirrwarr im Kopf zu bündeln und in geeignete Bahnen zu lenken.

Beim Studium dient es mir als Motivationshilfe, denn besonders dann, wenn gerade nichts mehr geht und ich denke wie ich dies alles schaffen soll, ist ein Blick zurück und nach vorn total hilfreich. Dann fokussiert es den Blick darauf, dass schon 8 Module bestanden sind und es nur noch 4 Module und die Bachelorarbeit sind.
Im Kreativen Bereich hilft weniger die Betrachtung, was schon alles geschafft wurde,  sondern vielmehr der Blick auf die Dinge, die ich noch machen möchte. Im Kopf schwirren unendlich viele tolle Dinge, die ich gerne mal umsetzen, ausprobieren, gestalten mag. Doch erst wenn ich sie geordnet und verschriftlicht habe, klappt es meist sie umzusetzen, Materialien zusammen zu suchen und vor allem auch anzufangen.
Und auch beruflich als Dozentin ist es immer wieder wichtig Aufgaben und Wünsche klar zu definieren und zu verschriftlichen, um sie nicht aus den Augen zu verlieren und die Kurse stets den Anforderungen seitens der Kursteilnehmer anpassen zu können. Eine geordnete und systematische Vor- und Nachbereitung von Kursen ist unerlässlich, um erfolgreich und zielorientiert einen Kurs gestalten zu können.

Welche Methoden wendet ihr an, um euer Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und euer Wirrwarr im Kopf zu entwirren? Oder seit ihr so gut strukturiert, dass überhaupt kein Wirrwarr entsteht?

 

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Deutschkurse für Flüchtlinge und Migrantinnen – ein Erfahrungsbericht

Heute berichte ich euch von meinem Engagement als Dozenten eines „Deutsch-Ingegrations-Hilfekurs“, ob das für jeden machbar ist oder was ihr stattdessen machen könnt, um den vielen Flüchtlingen eine Perspektive geben zu können.  weiterlesen »

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[M2C] 3 Soziale Kognitionen

Soziale Kognition ist der Prozess des Erwerbs, der Organisation und Anwendung von Wissen über sich selbst, über andere und soziale Beziehungen. Er besteht aus der Erstellung und Abspeicherung von mentalen Repräsentationen (Wissensstrukturen) sowie der flexiblen Anwendung und Nutzung dieser zur Urteilsbildung und Entscheidungsfindung.

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[M2C] Sozialpsychologie in Deutschland und Europa nach dem 2. Weltkrieg

Viele Psychologen, Sozialpsychologen, Pädagogen, Soziologen und Philosphen sind vor und während des 2. Weltkrieges aus Deutschland emigriert. Die Erkenntnisse und Forschungsergebnisse und neuen Methoden aus den USA sind nur schleppend nach Deutschland gekommen. Im Deutschland der Nachkriegszeit herrschte eher eine Restauration der Vorkriegsverhältnisse in Bezug auf Hochschullehre (bedeutet keine experimentelle Labor- und Feldforschung, sondern Schreibtischarbeit im Sinne Wundts), Lehrstuhlinhaber und Lehrinhalte. Auf Hochschulebene gab es nur ein Institut der Sozialpsychologie mit kurzer Verweildauer, welches durch Willy Hellpach bereits 1921 in Karlsruhe gegründet wurde. Im Unterrichtssystem gab es keine grundsätzlichen Veränderungen. Lehrstuhlinhaber waren meist nicht entnazifiziert worden oder gar enthobene Professoren wiedereingestellt worden. Es herrschte eine Kultur des Beschweigens: Studierende wussten nichts über die Vergangenheit ihrer Professoren, zwanizig Hochschulen prüften noch in Völkerpsychologie, der Begriff der Völkerpsychologie hielt sich bis in die 1970er Jahre, wobei nicht bekannt ist, ob er im Sinne Wundts verwendet wurde oder eine Vermengung mit der Kulturanthropologie und der Sozialpsychologie vermittelt wurde. Die finanziellen Mittel für Universitätsbibliotheken sowie Psychologische Institutsbibliotheken waren sehr gering. Es fehlte an neuen Erkenntnissen und Ergebnissen aus dem Ausland, aber auch Professoren verschlossen sich vor neuen Einsichten,  deshalb herrschte weitverbreitete eine Lehre veralteter Ansichten, Theorien und Thesen. Studierende führten nicht selten ein Doppelstudium: dem angebotenen universitären sowie einem Selbststudium  des angelsächsischen Mainstreams teils durch Literatur aus den Amerikahäusern.

Praktische Psychologen konnten vorerst nicht weiterarbeiten durch den Wegfall der Wehrmachtspsychologie. Neue Arbeitsfelder gab es vorerst nicht und deshalb gab es einen häufigen Wechsel in andere Berufsfelder. Erst Mitte der 1960er Jahre entstand ein Berufsboom unter den praktischen Psychologen ausgelöst durch neue wichtige Psychotherapie-Verfahren und der entsprechenden Nachfrage nach Beratung und Therapie.

Zu den führenden Sozialpsychologen in der frühen Bundesrepublik Deutschland zählen neben Willy Hellpach (1877-1955) Leopold von Wiese (1876-1969), Hans Anger (1920-1998), sowie Kriphal S. Sodhi (1911-1961), Peter R. Hofstätter (1913-1994) und Martin Irle (1927-2013).
Willy Hellpach gründete das erste, aber sehr kurzweilige, Institut für Sozialpsychologie an der Universtität Karlsruhe. Er brachte die vielbeachteten und verwendeten Lehrbücher „Einführung in die Völkerpsychologie“ (!932,  mit Überarbeitung 1945) und „Lehrbuch der Sozialpsychologie“ (1951) heraus. Seine Lehr- und Buchinhalte waren die Auseinandersetzung mit der Gesellschaft als Sozialorganismus, Betrachtungen über den Einfluss des Klimas auf menschliches Handeln sowie die Physionomik. Allerdings brachte er nach 1945 die Sozialpsychologie nicht voran, ob es am fehlenden Wissen von amerikanische Studien war oder ob sie nicht seinen Vorstellungen entsprachen ist unbekannt.
Leopold von Wiese war Soziologe und brachte Morenos Erkenntnisse nach Deutschland durch die Rezension Morenos Werk „Who shall survive?“ und das Vorantreiben der Übersetzung von Morenos Buch.
Hans Anger  gründete und baute ab 1962 das Institut für Sozialpsychologie in Köln auf. Seine ziele waren die Replikation klassischer sozialpsychologischer Experimente, Weiterentwicklung von methodischen Standards sowie die Vermittlung der Geschichte der Sozialpsychologie.
Der Universitätsboom ab Anfang der 1960er Jahre brachte weitere sozialpsychologische Lehrstühle mit dem primären Ziel der Aufarbietung und Erweiterung amerikanischer Sozialpsychologie.
Kriphal S. Sodhi forschte im Bereich der Konformitätsforschung, der sozialen Wahrnehmung und der Stereotypenforschung. Sodhi vertrat als einer der wenigen in Deutschland zu der Zeit eine moderne, experimentelle Sozialpsychologie unter Einfluss von Köhler, Gutschfiled, Asch und hatte deshalb häufig Dispute mit den Etablishment. Sein früher Tod brachte ihm und seinen Forschungen nur wenig Aufmerksamkeit.
Peter Hofstätter hat trotz rechtspolitscher Ausrichtung wichtige Verdienste für die deutsche Sozialpsychologie durch die Veröffentlichung des Fischer Lexikons für Psychologie 1957 und „Gruppendynamik“ 1957 und somit der Verbreitung amerikanischer Sozialpsychologie in Deutschland.
Martin Irle war Sprecher des Sonderforschungsbereichs 24 „Sozialwissenschaftliche Entscheidungsforschung“ an der Universität Mannheim. Der Sonderforschungsbereich ermöglichte es jungen Wissenschaftlern experimentell zu forschen und sich wissenschaftlich zu qualifizieren. Außerdem ermöglichte es Gastprofessuren aus den USA und die Lektüre von Publikationen im Kontext der Dissonanztheorie und der neueren Entscheidungstheorie.
Irle und dem Sonderforschungsbereich gelang die allmähliche Internationalisierung der deutschen Sozialpsychologie.

Die Sozialpsychologie der DDR war geprägt durch Kurt Gottschaldt (1902-1991), einem Gestaltungspsychologen, der zum wir-Gruppenkonzeopt und Führungsstilen im Sinne Kurt Lewins forschte und 1962 nach Göttingen „auswanderte“. Aber auch durch Hand Hiebisch (1922-1990) von der Uni Jena. In der DDR war die Forschung und Lehre geprägt duch amerikanische Theorien, Modelle und Methoden, aber immer unter der Angabe theoretischer Grundannahmen eines marxistisch-leninistischen Ansatzes, zumindest auf dem Papier.

Europäische Entwicklung
Gründung  der EASP (=European association of Sozial Psychology) durch die Initiative amerikanischer Wissenschaftler bzw. durch die SSRC (=Social Science Research Council, einem Zusammenschluss amerikanischer Fachorganisationen). Das SSRC wurde von Leon Festinger geleitet und hatte zum Ziel die Verbreitung der (amerikanischen) Sozialpsychologie in Europa.

EASP Eckpunkte

  • Ausrichtung auf experimentelle Sozialpsychologie
  • bewusste kleine Gruppe von Forschern mit strengen Aufnahmeregeln
  • Universitätsboom = Mitgliedsanstieg ab 1970er Jahre
  • Integration von Ost und West
  • Aufrechterhaltung und Herstellung von Arbeitsbeziehungen zwischen west- und osteuropäischen sowie west- und ostdeutschen Sozialpsychologen
  • bewusste Stärkung Osteuropas
  • Besonderheit: Sommerschulen = junge Wissenschaftler arbeiten gemeinsam an einer Fragestellung und führen experimentelle Untersuchungen durch
  • EASP hat sich mittlerweile verselbstständigt
  • Verdienste:
    Erforschung non-verbaler Kommunikation (Michael Argyle)
    Gruppenpolurisation (Serge Moscovici)
    Intergruppen-Beziehungen (Henri Tajfel)
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[M2C] Geschichte der Sozialpsychologie

Als Entstehungsjahr der Sozialpsychologie wird das Jahr 1908 angesehen, in dem zwei wichtige amerikanische Lehrbücher mit Thematik Sozialpsychologie erschienen sind. Doch schon Gustav A. Lindner (1828-1887) verwendete 1871 den Begriff „Sozialpsychologie“ wie wir ihn heute kennen.

Charles Cooley (1864-1929) führte den Begriff der „primary group“ oder Primärgruppe ein. Primärgruppen sind gekennzeichnet durch den direkten Kontakt von Angesicht zu Angesicht (face-to-face) und von fundamentaler Bedeutung für die Formung der sozialen Persönlichkeit. Als Beispiel sind hier die Familie, Nachbarschaft, Arbeitskollegen oder Freundesgruppe der Kinder zu nennen.

Eines der ersten Experimente mit sozialpsycholgischen Ansätzen ist das Schrittmacherexperiment von Norman D. Triplett (1898).

Die Anfänge der Sozialpsychologie sind geprägt durch die Untersuchung von Wettbewerbssituationen, den Einfluss der Anwesenheit Anderer auf die Leistung des Einzelnen (z. B. Walther Moede), Gruppenwirkungen (Floyd H. Allport, angeregt von Hugo Münsterberg), frühe Kleingruppenforschung (Jakob L. Moreno, William F. Whyte, Muzafer Sherif, Kurt Lewin), Autokratische Persönlichkeit (Theodor W. Adorno) innerhalb der Einstellungs- oder Attitüdenforschung.

Die Sozialpsychologie war in den Anfängen vor allem anwendungsorientiert (praktische Nutzanwendung) und profitierte in Form von Fragestellungen und Methoden, die entwickelt und weiterentwickelt wurden, sowie durch die Prägung von wichtigen Begriffen innerhalb der Sozialpsychologie.
Zu nennen ist da die Begriffseinführung der primary group (Primärgruppe) 1902 durch Charles H. Cooley. Aber auch „social facilitation“ also die soziale Aktivierung durch Flyod H. Allport. Social facilitation beschreibt die Tatsache, dass nicht der Gruppengeist oder die Gruppenseele bzw. die Wettbewerbssituation für die Leistungsveränderungen unter Anwesenheit anderer verantwortlich ist (wie Moede sagt), sondern die Tatsache, dass man bei der Arbeit andere Menschen hört oder sieht. Leistungssteigerungen rühren also von der sozialen Aktivierung durch bloße Anwesenheit. Walther Moede hat die Leistungssteigerung zuvor hingegen auf Geltungsstreben und Äquivalenzgefühle zurückgeführt. Moreno hat die Sozialpsychologie bereichert durch soziometrische Befragungen und deren grafische Darstellung in Form von Soziogrammen. Weiter sind Kripal S. Sodhi (konformes Verhalten und soziale Stereotype) sowie Peter R. Hofstätter zu nennen, die bedeutende Sozialpsychologen der Nachkriegsjahre in Deutschland waren. Weiter darf Louis Leon Thurstone nicht vergessen werden, der standardisierte Einstellungsskalen entwickelte, die weitverbreitet sind. Herbert Hyman prägte 1942 den Begriff „reference group“ (Bezugsgruppe) und weist somit auf die Bedeutung sozialer Gruppen für den sozialen Vergleich hin und stellt somit eine wichtige Beziehung zwischen Einstellungen und Gruppen her. Fritz Heider stellte mit seinem theoretischen Modell „Balancemodell“ den Zusammenhang von Einstellungen und Sozialbeziehungen dar.

Nach dem zweiten Weltkrieg dann die spätere Kleingruppenforschung (Robert F. Bales, Solomon E. Asch, Stanley Schachter, Kogan & Wallach, Bavelas & Leavitt), Theorie sozialer Vergleichsprozesse und Theorie der kognitiven Dissonanz (Leon Festinger), psychoanalytsiche Aggressionstheorie (Alexander Mitscherlich), Triebtheorien (Mitscherlich, Konrad Lorenz).
Die spätere Kleingruppenforschung war geprägt von detaillierter Gruppenforschung unter Laboratoriumsbedingungen, die meist aus praktischen Interesse entstandt.

Kleingruppenforschung 1950er