Diese Frage wird einem als Bildungswissenschaftsstudentin öfter gestellt.

was ist Bildungswissenschaft

Was studierst du da eigentlich? Und vor allem was kannst du später damit anfangen? Warum benötigt man Bildungswissenschaft(en)?

Fragen, die auch immer wieder Diskussionen auf den FernUniplattformen auftauchen.
Im Rahmen des #ExIF13 hat Rainer Jansen eine Videobotschaft verfasst, die aufzeigt was genau Bildungswissenschaft ist. Wobei er zum Verständnis Bildungswissenschaft mit Erziehungswissenschaft gleichsetzt.
Sind es zwei gleiche? identische? Disziplinen oder gibt es auch noch Unterschiede?
Aus der Praxis heraus, erklären sich vor allem Erziehungswissenschaftler nicht als Bildungswissenschaftler und auch Arbeitgeber setzen diese Disziplinen nicht gleich, was dazu führt, dass sich Bildungswissenschaftler (B.A.) immer wieder erklären müssen. Aber daran kann man ja arbeiten 🙂

Was ist Bildungswissenschaft?

Prinzipiell geht es um Wahrnehmung, Beobachtung und der Beschreibung der (Erziehungs- und Bildungs-) Wirklichkeit sowie um Modelle und Konzepte von Lernen, Lehren, sich bilden usw. Aber es geht auch um mehr, denn der Studiengang Bildungswissenschaft ist ein interdisziplinärer Studiengang, d. h. er umfasst viele unterschiedliche Disziplinen wie oben zu sehen.

Und warum so viele unterschiedliche Disziplinen vereinen?

Lernen kann man nicht alleine auf eine Disziplin beschränken, um es zu erklären, um zu wissen wie lernen funktioniert, wie man Lerninhalte konzipieren kann. Es spielen immer unterschiedliche Dinge beim Lernen eine Rolle. Um einige zu nennen: Abspeicherung der Information beruht zum einen auf der Fähigkeit etwas aus dem Arbeitsspeicher (Kurzzeitgedächtnis) ins Langzeitgedächtnis zu transportieren (Neurowissenschaft – technisch gesehen), dies ist beeinflusst durch Motivation (Psychologie) und z. B. der didaktischen Aufbereitung (Didaktik). Um zu wissen wie Lehrmaterialien aufgebaut sein sollen, um möglichst effektiv zu sein, benötigt man die Empirie, um zu messen, was später auch „hängen“ bleibt sowie die Didaktik, die sich als Wissenschaft des Lehrens und Lernens versteht. Im Zeitalter von Computer und Co. wird die Medienpädagogik/Medienerziehung immer wichtiger. Aber auch die Soziologie ist nicht zu vernachlässigen, denn wie jemand lernt ist auch immer abhängig von seinem Habitus (vgl. Bourdieu). Dies lässt sich noch weiter ausführen, vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt auf diesem Blog.

Warum Bildungstheorie bzw. Geschichte der Bildung/Pädagogik?

Wer sich mit Bildung beschäftigt, sollte immer auch deren Hintergrund sprich ihre Geschichte kennen. Ohne geschichtliches Hintergrundwissen lassen sich Theorien schlecht einordnen und Theorien, Modelle und Konzepte werden unter Umständen falsch verstanden eingesetzt.

Erst wenn ich weiß wer die Theorie entwickelt hat, auf welcher Grundlage die Theorie entwickelt wurde und welche gesellschaftlichen Umstände zu der Entwicklung führten, kann man die Theorie einschätzen und bewerten, weiterentwickeln, als Grundlage für weitere theoretische oder auch praktische Überlegungen einsetzen.
Um also mit einer Theorie zu arbeiten, braucht man Hintergrundwissen: geschichtliche Entstehung und Entwicklung sowie Weiterentwicklung der jeweiligen Theorie mit samt der Einordnung in die jeweilige Zeitgeschichte und unter Berücksichtigung des Autors und dessen Geschichte.

Geschichte ist also wichtig, um Bildungsgeschehen zu verstehen und bewerten zu können.

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