Wie kann sich die etablierte VHS, die bisher eher auf Präsenzlehrgänge ausgerichtet ist, auch im digitalen Zeitalter ihre Berechtigung erhalten?

Eine gar nicht so einfach zu beantwortende Frage. Ich denke es ist nicht so, dass in Zukunft alles digital ablaufen wird, aber dennoch viel. Ich halte nach wie vor Präsenzangebote für wichtig, aber natürlich darf die VHS sich nicht nur darauf fokussieren, dass wäre ebenso ein falsches Signal wie eine totale digitale Ausrichtung. Es unterstützt eher die landläufige Meinung, dass VHSsen verstaubt und alt sind, eben nicht zeitgemäß.  Der Mix ist wie meist wohl die Lösung, denn unsere Gesellschaft ist ebenso wenig homogen wie ihr Lernvorhaben und ihre Lernvoraussetzungen und die notwendige Motivation. Außer Acht sollte man auch nicht mobile Voraussetzungen und zur Verfügung stehen monetäre Ressourcen lassen. Genau diese Menschen nehmen auch jetzt schon seltener an VHS-Kursen teil. Durch gezielte virtuelle Angebote könnte man sich gegebenenfalls gerade für nicht-mobile Menschen öffnen und ihnen die Möglichkeit der Bildungsteilhabe geben.

Freizugängliche offene Bildungsangebote sind eine Chance für weniger gut situierte Menschen, um ihnen die Möglichkeit der Bildung geben, ob dieses virtuell oder Vorort stattfindet ist erstmal egal. MOOCs sind da ein interessanter Ansatz, aber ob es wirklich der richtige ist? Um beim MOOC mitzumachen benötigt man zumindest einen Internetzugang und das passende Gerät, häufig aber auch eine Menge Medienkompetenz. Und ein Nachteil im Sinne der VHSsen ist, dass diese offen und meist kostenlos sind und sich so immer die Finanzierungsfrage stellt. Meiner Meinung nach könnten kostenlose MOOCs ein Zusatzangebot von VHSsen sein, die sich möglichst dafür zusammenschließen wie jetzt auch, um die eigenen Ressourcen zu bündeln und nicht über Gebühr zu strapazieren.
Kostenpflichte Angebote müssen bleiben, können aber so beworben werden. Wer gute Erfahrungen gemacht hat, kommt wieder! Bucht neue Kurse! Erzählt es weiter!

Wie kann man nun virtuelle und Präsenzangebote kombinieren und welche Angebote eigenen sich? Eine Frage, die ich so nicht beantworten kann. Noch erhoffe ich mir hier Erkenntnisse innerhalb des VHSMOOCs zu erlangen, um gemeinsam den Weg zu beschreiten.

Es stellt sich für mich aber noch eine ganz andere Frage und zwar wie gestaltet sich der, Unterschied zwischen VHS in Stadt und auf dem Land? Wenn ich einzelne Homepages und deren Vernetzung mit sozialen Medien betrachte, dann fällt mir immer wieder auf, dass die städtischen VHS schon relativ gut aufgestellt sind, aber im ländlichen Bereich dies (noch?) nicht so ist. Ich komme aus dem ländlichen Bereich und weiß um die Problematik der hiesigen VHS, die wenig Personal hat und dieses bisher sogar privat eher selten in den sozialen Medien unterwegs ist. Da fällt es schwer dieses Zusatzakt innerhalb der VHS-Arbeit zu integrieren und umzusetzen. Woran liegt das? Wie kann man da helfen? Bedarf es unterschiedlicher Angebote seitens städtischer und ländlich geprägter VHSsen? Wie sieht momentan die Zusammenarbeit aus? – Ich würde da gerne mehr erfahren, denn nur so kann man effizienter und gezielter Angebote entwickeln und man schließt niemanden (auch keine VHSsen) aus, was ich immer sehr wichtig finde.

Ich freue mich also auf weitere Diskussionen! Hier im Blog oder an anderer Stelle (über Twitter finde ich ne wirkliche Diskussion allerdings sehr schwierig, in G+ habe ich momentan noch gar nicht wieder hineingeschaut – läuft da schon was?).

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