Was trägt deiner Meinung nach zu guter, nachhaltig wirksamer Pfarr-, Jugend- oder sonstiger Arbeit bei?

Die zweite Wochenaufgabe hat es in sich und ist doch sehr spannend, denn ich denke sie nicht so pauschal zu beantworten. Es kommt doch immer etwas auf das Umfeld, die Menschen und die Erfahrungen an. Ich werde mich hier nur auf den ehrenamtlichen (katholischen) Bereich beziehen, alles andere kann und werde ich nicht beurteilen. Der Blogbeitrag ist subjektiv geprägt und erhebt keinen wissenschaftllichen Anspruch.

Was macht gute Arbeit in der Pfarrgemeinde aus?
Wie kann ich weiterhin die Menschen für Religion begeistern?
Diese Fragen stelle ich mir tatsächlich von Zeit zu Zeit, aber auch die, was ich da eigentlich vermitteln will, an was glaube ich persönlich und wie stehe ich zur katholischen Kirche, insbesondere zur Institution?

Zu allererst finde ich, dass die ehrenamtliche Pfarrarbeit immer personenabhängig ist. Sowohl von den Ehrenamtlichen selbst wie auch von den Hauptamtlichen? Sind sie authentisch? Sind sie kritikfähig? Kennen sie ihre Stärken und Schwächen? Sind sie neugierig auf Neues?

Durch einen Wortortwechsel habe ich nun Einblicke in eine weitere Pfarrgemeinde und es ist schon interessant wie unterschiedlich gearbeitet wird. Bewusst wird mir dadurch, dass es gerade in Zeiten von Zusammenschlüssen von Pfarrgemeinden wichtig ist, dass die Hauptamtlichen gewisse Deeskalationsstrategien besitzen sollten und gut abwägen können müssen. Auch habe ich den Eindruck, dass ein Pfarrer nicht länger nur ein guter Seelsorger sein sollte, sondern dass er viel mehr immer mehr wirtschaftliche Qualifikationen mitbringen muss.

Die Arbeit der Ehrenamtlichen hängt immer auch ab von der sozialen Beziehung zu den Hauptamtlichen. Können Hauptamtliche motivieren? Lassen sie Kritik zu? Sind sie offen für neue Vorschläge oder pochen sie auf Althergebrachtes, welches bisher immer funktioniert hat? Darf in Kirche auch mal etwas Neues gewagt werden?

Geprägt durch die KjG (Katholische junge Gemeinde) im Bistum Münster ist mein Anspruch an Gemeinde- und Jugendarbeit vielleicht ein anderer und vielleicht stellt er auch andere Aspekte in den Vordergrund. Differenzieren sollte man zwischen ansprechenden Gottesdiensten und guter, nachhaltiger Pfarrarbeit durch Angebote und Aktionen sowie die Gestaltung von Kommunion- und Firmvorbereitung. Drei Aspekte, die man meiner Meinung nach getrennt betrachten sollte, auch wenn die Inhalte sich ähneln. Die Landschaft innerhalb der Möglichkeiten ist groß. Ansprechende Gottesdienste zu gestalten ist schwierig, denn die Meinungen gehen auseinander, aber auch die Ansprüche der Gottesdienstbesucher. So stellte sich vor Ort immer wieder die Frage, ob den der Samstagsabendgottesdienst für einen Jugendgottesdienst genutzt werden könnte und wie dann aber die zahlreichen Seelenämter miteinbezogen werden können bzw. es so organisiert werden könnte, dass diese nicht „gestört“ würden.

Im Bereich der Gestaltung von ansprechenden Familienmessen und Jugendgottesdiensten ist es immer wichtig zu sehen, welche Ressourcen sind vorhanden. Gibt es einen Kinderchor, der bereit ist die Messe mitzugestalten? Welche Freiräume lässt der Pfarrer innerhalb der Messgestaltung zu? Gibt es vielleicht eine „kirchentaugliche“ Jugendband, die Jugendgottesdienste begleitet? Und was ist überhaupt „kirchentauglich“? Kann man mit einem Schlagzeug in die Kirche oder sollte man sich auf „ruhige“ Instrumente beschränken? Stimmungsvolle und „andere“ Gottesdienste kann man in der effata! Jugendkirche in Münster erleben, die immer etwas besonders sind. Aber auch mal etwas anderes vagen ist vielleicht gefragt wie vor Jahren zur Fußball WM als wir eine Fußballmesse gestalteten mit Platzwechsel in der Halbzeitpause – und selbst die ärgsten Kritiker wurden überzeugt und alle, selbst die Gebrechlichsten, haben ihren Sitzplatz zum anderen Kirchenschiff gewechselt. Manchmal muss man sich nur trauen.

in der Pfarrarbeit ist es dann wieder eine Sache. Vorort wird gerade etwas aufgebaut. Ich finde es schön und gut und wichtig. Leider wird es für Vereine und Verbände wie KjG immer schwieriger Verbandsarbeit zu leisten. Das Engagement auch hier im ländlichen Raum wird geringer. Die Bereitschaft zum Beispiel zum Messe dienen als Messdiener ist gering geworden. Zeitliche Belastungen durch Schule wird immer größer und lässt wenig Freizeit für Kinder und Jugendliche, um sich in Kirche auszuprobieren. Kirche kennen zu lernen. Deshalb denke ich, dass es um so wichtiger wird die Vorbereitungen zur ersten heiligen Kommunion wie zur Firmung zu nutzen, um Kindern und Jugendlichen die Kirche näher zu bringen. Ihnen zu vermitteln was Kirche/Glaube ist und was Kirche/Glaube für einen Einzelnen bedeuten kann. Glaube wie Kirche, ich denke, dass beides wichtig ist. Gerade dem Kommunion- und Firmunterricht schreibe ich eine hohe Bedeutung zur Nachhaltigkeit zu. Sehr geprägt durch die eigenen Erfahrung. Damals beim Firmunterricht, der so anders war, so erfrischend, so belebend, so anregend. Von Jugendlichen und jungen engagierten Erwachsenen. Wir durften uns ausprobieren. Wurden nicht gezwungen. Eher wurden Fragen gestellt, aber auch Fragen zu gelassen. Offen geredet. Durch den Firmunterricht habe ich mich wieder der Kirche angenähert. Bin wieder zur KjG gekommen, nach dem diese einige Jahre im Tiefschlaf geschlummert hat. Habe danach viel Jugendarbeit gemacht, Jugendgottesdienste mitgestaltet. Mittlerweile bei Familienmessen und Kindergottesdiensten angekommen. Engagiert bei Kinderbibeltagen (die ebenso eine große Bedeutung haben) und neuerdings auch anderen religiösen Angeboten für Kinder, die wir hier entwickeln und anbieten zusammen mit der einer der Pastoralreferentinnen.

Gerade für Kinder und Jugendliche sind attraktive Angebote wie gut gestaltete und motivierende Kinderbibeltage, Jugendbibeltage und andere Gemeinschaftsaktionen von besonderer Bedeutung insbesondere auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Dabeibleiben. Aber auch die wichtige Verbandsarbeit von Kolping, KjG, KLJB, Pfadfindern (etc.) ist wie die Arbeit von Messdienern besonders wichtig für eine aktive, junge Kirche, wenn sie es denn sein will!

Welche Erlebnisse hast du?
Was meinst du?
Welche Beispiele kannst du nennen?

Mich interessiert einfach alles. Ist es der Spaßfaktor, der junge Menschen zu kirchlichen Aktionen bringt, oder vielleicht doch der religiöse Aspekt? Ist es das Gemeinschaftsgefühl oder der Glaube an Gott? Ich finde es ist aus allem etwas und ohne den Glauben geht es kaum, aber ohne Spaß eben auch nicht.

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